Kurzbeschrieb

Das Leben ist ein Entwicklungsprozess, der durch verschiedene Übergänge geprägt und strukturiert wird. Eine Erkrankung, ein Unfall oder die letzte Lebensphase stellen hohe Anforderungen an die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen. Sie sind gefordert, einschneidende oder gar existentielle Veränderungen und Übergänge zu bewältigen. Ein Spitaleintritt und -austritt, der Wechsel von der eigenen Wohnung in eine Institution der Langzeitpflege, die je nach Kontext unterschiedlichen Anforderungen an die Patientenrolle und der unabänderlich letzte Übergang: All diese Schnitt- und Nahtstellen fordern von den Betroffenen und ihren Angehörigen hohe Anpassungsleistungen.

Pflegende nehmen eine tragende Rolle ein, wenn es darum geht, diese Übergänge positiv zu gestalten. Von grosser Bedeutung ist dabei, Betroffene und Angehörige zu stärken, sie zur Bewältigung oder Annahme der neuen Situation zu befähigen und zu einer Neubestimmung der eigenen Rolle anzuregen. Sie nehmen eine tragende Rolle ein, wenn es darum geht, im Gesundheitsversorgungssystem Schnitt- in Nahtstellen zu verwandeln und neue Konzepte des Übergangsmanagements zu entwickeln.

Wie können Betroffene und ihre Angehörigen in den verschiedenen Übergängen sorgsam und unterstützend begleitet werden? Welche Herausforderungen stellen sich in der Begleitung von Menschen mit kognitiven oder psychischen Einschränkungen im Übergang ins stationäre Setting? Wie kann Care Management als wirksamer Lösungsansatz im fragmentierten Versorgungssystem erfolgreich umgesetzt werden? Wie nutzen und gestalten wir digitale Versorgungsstrategien und Unterstützungsangebote, durch die neue Formen von Übergängen entstehen?

Eine ganze Reihe hochaktueller, spannender Fragen, auf die unsere Expertinnen und Experten am Careum Pflegesymposium Antworten geben und zur Auseinandersetzung anregen. Im Zentrum steht ein professionell gestaltetes Übergangsmanagement als wesentliches Element einer hohen Versorgungsqualität und einer (kosten-)effizienten Versorgungskette. Ebenfalls im Zentrum des Symposiums steht der Mensch, der in seinen Übergängen fachkundige und sorgsame Unterstützung und Begleitung durch Pflegende braucht.

Gestalten Sie mit uns einen Tag der Übergänge – Ihnen, Ihrer Einrichtung und den Patientinnen und Patienten zuliebe. Wir freuen uns auf Sie!

Zielgruppe

Die Tagung richtet sich an Mitarbeitende aus der Pflege, Betreuung und Therapie sowie an Führungspersonen, die sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen möchten oder müssen.

Moderation

Ursula Röhl absolvierte nach ihrer pflegerischen Grundausbildung zur Kinderkrankenschwester ein Pflegemanagementstudium. Von 2001-2014 übte sie verschiedene Führungstätigkeiten in Deutschland und in der Schweiz aus. 2011 schloss Ursula Röhl ein Masterstudium mit einem M.A. in Sozial- und Gesundheitsmanagement ab und bildete sich zum Business- und Managementcoach sowie als Organisationsberaterin weiter. Seit 2014 ist Ursula Röhl Bereichsleiterin Führung & Management bei Careum Weiterbildung.

Dr. Regine Strittmatter ist seit 2015 Geschäftsleiterin von Careum Weiterbildung. Das Studium der Psychologie an der Universität Freiburg i.Br. mit Schwerpunkt Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie schloss sie mit dem Doktorat ab. Nach ihrer Tätigkeit als Oberassistentin wechselte sie in die Geschäftsleitung der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft und in die Rheumaliga Schweiz als stellvertretende Geschäfts-leiterin. Zuletzt leitete sie die Stiftung Alterswohnen in Albisrieden.

Referenten

Prof. em. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello ist emeritierte Professorin für Entwicklungs-psychologie der Lebensspanne an der Universität Bern. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Wohlbefinden und Gesundheit über die Lebensspanne, -biografische Transitionen und kritische Lebensereignisse, Vulnerabilität und Resilienz. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen u. a. «Vulnerabilität und Wachstum über die Lebensspanne» (2015).

Daniel Albrecht war 2009 amtierender Welt- und Vizeweltmeister Ski Alpin als ihn ein schwerer Trainingssturz bei 150 km/h fast das Leben kostete. Nach drei Wochen Koma und mehreren Monaten stationärer Neurorehabilitation kämpfte er sich zurück ins Leben und auf die Weltcup-Pisten. Heute engagiert sich der 35-Jährige ehrenamtlich für Menschen mit Hirnverletzungen, ist dipl. Mentaltrainer ZHAW, gefragter Referent und arbeitet u. a. als Privattrainer im Bereich Ski Alpin.

Dr. Jörg Haslbeck ist Pflege- und Gesundheitswissenschaftler, seit Dezember 2017 Leiter der Abteilung Nachsorge bei der Krebsliga Schweiz, ferner Postdoktorand am Institut für Pflegewissenschaft der Universität Basel. Zuvor war er Programmleiter bei Careum Forschung (bis 2017), promovierte an der Universität Bielefeld (D, 2004–2008) zu Selbstmanagementförderung bei chronischer Krankheit und absolvierte einen Forschungsaufenthalt an der Yale University (USA, 2008–2009).

Miriam Rittmann absolvierte nach langjähriger Tätigkeit in der Pflege im Akutspital das Studium in Care Management. Als Case Managerin in der Patientenberatung im Akutspital und an der Fachstelle Alter in Zug, berät sie an den Schnittstellen Eintritt, Austritt und Übertritt in komplexen Situationen. In ihrer Arbeit berücksichtigt sie persönliche, familiäre, gesundheitliche, berufliche und finanzielle Aspekte. Die Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit ist ihr für die Qualität von Case Management zentral.

Dr. med. Christoph Held ist Facharzt für Psychiatrie FMH. Er ist geriatrischer Heimarzt und Gerontopsychiater beim Geriatrischen Dienst der Stadt Zürich und im Gesundheitszentrum Dielsdorf. Held ist Lehrbeauftragter der Universität Zürich sowie Dozent an verschiedenen Fachhochschulen und Autor von zahlreichen Fachbüchern zum Thema Demenz. 2006 wurde er ausgezeichnet mit dem Schweizerischen Alzheimerpreis (mit Doris Ermini) und 2011 mit dem Anerkennungspreis der Alzheimervereinigung Kt. Zürich.

Angela Grossmann ist als Bereichsleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung in der Stiftung Vivendra – einer Einrichtung für Menschen mit kognitiven Einschränkungen – im Zürcher Unterland tätig. Davor übte sie von 1997–2009 verschiedene Führungstätigkeiten am UniversitätsSpital Zürich aus. Als Pflegefachfrau HöFa 1 in Pflege und dipl. Sozialpädagogin FH setzt sie sich mit pflegerischen und agogischen Themen, bezogen auf Menschen mit lebenslanger Behinderungserfahrung, auseinander.

Dr. med. Markus Minder ist Arzt für allgemeine Innere Medizin FMH, speziell Geriatrie und Palliativmedizin. Seit 2009 wirkt er am Spital Affoltern in Geriatrie und Palliative Care und ist seit Februar 2017 Chefarzt. Weiter ist er Heimarzt in der Langzeitpflege Sonnenberg. Davor war er Assistenzarzt Chirurgie Spital Bülach, Medizin Spital Limmattal, Gerontopsychiatrie Psychiatrie-Zentrum Hard, Palliativstation Spital Flawil St. Gallen und Oberarzt i. V. Akutgeriatrie Stadtspital Waid.

Nicolas Gehrig hat Betriebswirtschaft (Business Innovation) und Pädagogik studiert und arbeitete nach seinem Studium zuerst als Projektleiter bei einem IT-Dienstleister (Enterprise Content Management), danach in der Management- und Start-up-Beratung. Seit Anfang 2016 unterrichtet er an der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHAW) und coacht Start-ups. Ende 2015 gründete er zusammen mit zwei Kollegen das erste Schweizer Service- und Dialogportal zum Lebensende: DeinAdieu.ch

PD Dr. med. Christiane Brockes war lange Zeit in der Inneren Medizin, Kardiologie und Notfallmedizin tätig. Seit 20 Jahren ist sie im E-Health-Bereich und in der telemedizinischen Beratung für medizinische Laien aktiv. Sie ist Leiterin der Klinischen Telemedizin am UniversitätsSpital Zürich, Herausgeberin der Buchserie «Gesundheit per Mausklick» und hat diverse Ausbildungs- und Fortbildungsreihen entwickelt zum Thema «Digitalisierung im Gesundheitswesen».

Prof. Dr. Iren Bischofberger war lange klinisch tätig v. a. im Bereich HIV/Aids und durchlief parallel dazu ihre Hochschullaufbahn im In- und Ausland bis zum Doktorat in Epidemiologie. Ihr Postdoc Jahr verbrachte sie an der Abteilung Forschung & Evaluation des «Visiting Nurse Service of New York». Heute ist sie Prorektorin der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit, Studiengangsleiterin MSc in Nursing sowie Programmleiterin «work & care» am hochschuleigenen Forschungsinstitut Careum Forschung.

Kosten

CHF 360.– inkl. Pausenverpflegung und Mittagslunch

Ort / Zeit

Dienstag, 12. Juni 2018, 09.00–16.45 Uhr
Kultur & Kongresshaus, Schlossplatz 9, 5000 Aarau
Situationsplan unter www.kuk-aarau.ch 

Organisation und Administration

Natalie Wirz, Tel. 41 (0)62 837 58 52

natalie.wirz@careum-weiterbildung.ch

Stornierung

Eine Stornierung der Anmeldung muss schriftlich erfolgen. Die Annullierung der Anmeldung für die Tagung ist bis zum 15. Mai 2018 ohne Kostenfolge möglich. Nach diesem Termin oder bei Nichterscheinen zur Tagung ist die Rechnung zur Zahlung fällig und keine Rückerstattung mehr möglich. Sie können jedoch Ihre Anmeldung auf eine Kollegin, einen Kollegen übertragen. In diesem Fall verrechnen wir eine Bearbeitungsgebühr von CHF 40.–.

Programm

08.30Begrüssungskaffee
09.00Begrüssung

Dr. Regine Strittmatter,
Moderation Ursula Röhl

09.10

Übergänge im Lebenslauf bewältigen und förderlich gestalten

Prof. em. Dr. Pasqualina Perrig-Chiello
09.50Schritt für Schritt Richtung ZielInterview mit Daniel Albrecht
10.40Erfrischungspause
11.05Kompetent im Flügelhemd?
Zur Patientenrolle in Zeiten der Gesundheitskompetenz und Selbstmanagementförderung
Dr. Jörg Haslbeck
11.40Übergänge und die Rolle des Care ManagementMiriam Rittmann
12.15Mittagspause
13.20"Wenn die eigenen vier Wände fremd werden" – zur Psychopathologie des veränderten Selbsterlebens bei DemenzDr. med. Christoph Held
13.55Menschen mit kognitiver Einschränkung – die sorgsame Gestaltung von Ein- und AustrittenAngela Grossmann
14.30

Der letzte Übergang

Dr. med. Markus Minder, Nicolas Gehrig

15.05Erfrischungspause
15.30Übergänge digital gestalten mit TelemedizinPD Dr. med. Christiane Brockes
16.05Gemeinsam unterwegs – die Rolle der Angehörigen bei ÜbergängenProf. Dr. Iren Bischofberger
16.40Auf WiedersehenDr. Regine Strittmatter
16.45Ende der Tagung
Start Ende Nummer buchen
12.06.2018
09:00
12.06.2018
16:45
Präsenztage 605.004.18

Zum Programm

Unterstützt durch

Medienpartner