«Beziehungsarbeit ist der wahrscheinlich eigenständigste und eigenverantwortlichste Bereich der Pflege»,
sagt unser Referent Rüdiger Bauer. Dem wollen wir ganz und gar nicht widersprechen. Und gleichzeitig lassen Zeitdruck, Sparmassnahmen und standardisierte Abläufe genau dieser pflegerischen Kernaufgabe immer weniger Raum. «Ich habe keine Zeit mehr für meine Patienten» sagen viele Pflegende und meinen damit, dass sie zwar viel Pflegearbeit leisten, aber keine Zeit mehr haben fürs Zuhören, für ein Gespräch, fürs Dabeisein. «Care» im eigentlichen Sinn des Wortes ist zum Luxusgut in ihrem Pflegealltag geworden.

Gute Beziehung ist heilsam – auch dann, wenn Heilung nicht möglich ist.
Beziehungsarbeit ist das zentrale Element guter Pflege und im Pflegeprozess inkludiert. Sie umfasst vieles, angefangen von der differenzierten und ganzheitlichen Wahrnehmung der Patienten über das Verständigen auf die richtigen pflegerischen Interventionen bis zu Berührung im konkreten, wie im übertragenen Sinne. Vor allem wirkt Beziehungsarbeit, weil sie im positiven Fall Patientinnen und Patienten mit der notwendigen Dosis an Interesse, Empathie, Respekt, Ermutigung und Anerkennung versorgt: Notwendige wirksame Heilmittel für Menschen in schwierigen oder sogar traumatischen Lebenssituationen.

Der sympathische, informierte, selbstbewusste Patient möchte genauso angemessen behandelt werden wie der unwissende, unbequeme und undankbare – und zwar nicht nur im medizinischen Sinne. Patientenzufriedenheit wird ein wichtiges Kriterium im wachsenden Gesundheitsmarkt und ist nicht wenig davon beeinflusst, wie in einer Organisation Beziehung gestaltet wird. Und nicht zuletzt: Standardisierung, Technologisierung und Digitalisierung sollen – so die oft wiederholten Absichten – die Pflegequalität verbessern und dem Pflegepersonal mehr Zeit geben für ihre Kernaufgabe «Care».

Es werden eine Menge Anforderungen gestellt an Ihre Beziehungsgestaltungs-Kompetenzen als Pflegefachperson.
Aber was genau macht die Qualität professioneller, heilsamer und wirksamer Beziehung aus? Wie lässt sie sich im hektischen, herausfordernden Alltag leben? Wie kann ich auch kurze Begegnungen mit Patienten und Bewohnenden für heilsame Beziehungsmomente nutzen? Wie gestalte ich Beziehung mit dem Bezugssystem? Was fordere ich von meiner Institution ein, damit ich gute Arbeit leisten kann? Wie nutze ich die Tatsache, dass Beziehungsarbeit immer auch ein Schleichweg zum Selbst ist?

Wir freuen uns ausserordentlich, dass wir diese und noch viele weitere spannende Themen rund um Beziehungsarbeit in der Pflege mit Ihnen und unseren ausgewiesenen Expertinnen und Experten am Careum Pflegesymposium 2019 diskutieren dürfen. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Kompetenzen weiter zu entwickeln, netzwerken Sie ausgiebig und lassen Sie sich von neuen Perspektiven inspirieren – für Ihre Arbeit, Ihre Einrichtung und für Sie selbst.

Wir freuen uns auf Sie!

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Zielgruppe

Die Tagung richtet sich an Mitarbeitende aus der Pflege, Betreuung und Therapie sowie an Führungspersonen, die sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen möchten.

Programm

ZeitReferent/Referentin
08.30

Begrüssungskaffee

09.00

Willkommen & Moderation

Dr. Regine Strittmatter & Ursula Röhl

09.10

BeziehungsPflege

Rüdiger Bauer
09.55

Berührung berührt

Interview mit Anemone Eglin
10.35Pause
11.00

Achtsamer Umgang mit sich, den anderen und der Welt

Pater Niklaus Brantschen
11.45Gesagt gezeichnet.Cartoonist Carlo Schneider
12.00Essen, Erholen, Austauschen, Netzwerken
13.10Wiedereinstieg
13.15Zusammenarbeit und Zufriedenheit – eine Frage der Führung Dr. Miriam Engelhardt
14.00Beziehung gestalten mit Menschen mit Demenz – Standards heuteProf. Dr. Pasquale Calabrese
14.45Pause
15.10Gelingende AngehörigenarbeitProf. Dr. Tanja Segmüller
15.55In Beziehung treten. Notwendig. Keine Frage.Prof. Christel Bienstein
16.40Rückblick mit AugenzwinkernCartoonist Carlo Schneider
16.55VerabschiedungDr. Regine Strittmatter
17.00Tagungsende

Referenten

Dr. Regine Strittmatter ist seit 2015 Geschäftsleiterin von Careum Weiterbildung. Das Studium der Psychologie mit Schwerpunkt Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie schloss sie mit dem Doktorat ab. Nach ihrer Tätigkeit als Oberassistentin wechselte sie in die Geschäftsleitung der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft und in die Rheumaliga Schweiz als stellvertretende Geschäftsleiterin. Zuletzt leitete sie die Stiftung Alterswohnen in Albisrieden.

Ursula Röhl absolvierte nach ihrer pflegerischen Grundausbildung zur Kinderkrankenschwester ein Pflegemanagementstudium. Von 2001–2014 übte sie verschiedene Führungstätigkeiten aus. 2011 schloss Ursula Röhl ein Masterstudium mit einem M.A. in Sozial- und Gesundheitsmanagement ab und bildete sich zum Business- und Managementcoach sowie als Organisationsberaterin weiter. Seit 2014 ist Ursula Röhl Bereichsleiterin Leadership & Management bei Careum Weiterbildung.

Rüdiger Bauer absolvierte nach der Pflegausbildung Fachausbildungen in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Er war als Pflegedienstleiter und später als Pflegedirektor einer psychosomatischen Fachklinik tätig. Nach dem Wechsel als wissenschaftlicher Referent zum Bildungswerk des Verbandes der bayerischen Bezirketage, absolvierte er ein Bachelor- und Master-Studium in sozialem Management. Seit 35 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema der personalen Beziehung in der Pflege und ist erfolgreicher Buchautor.

Anemone Eglin, MAS-BA, ist Theologin mit Ausbildungen in Integrativer Therapie, Kontemplation und Handauflegen. Sie leitete den Masterstudiengang Spiritualität der Universität Zürich bis 2018. Als Leiterin des Instituts Neumünster betreute sie das Fachgebiet Spiritualität in der Pflege bis 2016. Sie hat eine Praxis für Handauflegen und spirituelle Begleitung. Mit dem Zentrum für Gerontologie führte sie zwei Studien zum Handauflegen durch. Autorin des Buches «Handauflegen mit Herz und Verstand».

Niklaus Brantschen, Jesuiten-Pater und autorisierter Zen-Meister, ist Begründer und langjähriger Leiter des Lassalle-Hauses in Bad Schönbrunn/Schweiz. Mit Pia Gyger gründete er 1995 das Lassalle-Institut für Zen-Ethik-Leadership (www.lassalle-institut.org). Brantschen ist Autor vieler Bücher. Die neuesten Titel lauten: «Zwischen den Welten daheim» und «Ich habe zu wenig geflucht».

Dr. Miriam Engelhardt hat in Soziologie promoviert und war u.a. in der Jugendforschung tätig. 2008 wechselte sie von der Forschung in die Vermittlung und arbeitete in der Personal- und Organisationsentwicklung am Universitätsspital Basel. 2012 gründete sie Engelhardt-Training. Heute arbeitet sie als Referentin, Kursleiterin und Moderatorin zu den Themen Generationenkompetenz, Teamentwicklung, Leadership, Changemanagement und Auftrittskompetenz.

Prof. Dr. Pasquale Calabrese studierte klinische Psychologie, Biologie und Medizin. Seit 2013 ist er als Professor für klinische Neurowissenschaften an der Universität Basel in Forschung und Lehre tätig. Von 1991 bis 2008 war er Leiter der Abteilung für Neuropsychologie und Verhaltensneurologie sowie Direktor der Memory Clinic an der Universitätsklinik Bochum. Ab 2010 wirkte er in gleicher Position am Neurozentrum Südschweiz.

Prof. Tanja Segmüller, Dr. rer. medic., Pflegewissenschaftlerin (MScN, BScN), Krankenschwester, Professorin für Alterswissenschaften am Department of Community Health der Hochschule für Gesundheit, Bochum. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind pflegende Angehörige (u.a. Unterstützungskonzepte im Quartier), häusliche Pflege, Gesundheitsversorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen im Quartier, Patientenedukation (Informieren, Schulen und Beraten).

Prof. Christel Bienstein studierte nach ihrer Pflegeausbildung Pädagogik. Gemeinsam mit Andreas D. Fröhlich übertrug sie dessen Konzept der basalen Stimulation auf die Pflege. Von 1994 bis 2017 leitete Bienstein als Honorarprofessorin das Institut für Pflegewissenschaft an der Privaten Universität Witten/Herdecke. Für ihre Verdienste um die Pflegewissenschaft wurde Bienstein im Juni 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Carlo Schneider, Luxemburger Karikaturist und Pressezeichner, lebt und arbeitet seit 15 Jahren in der Schweiz. Seine Karikaturen erscheinen europaweit in der Presse. Er publiziert seit mehr als 20 Jahren regelmässig Karikaturbücher und illustriert auch Kinderbücher, unter anderem im eigenen Buchverlag. Er untermalt regelmässig Symposien und Kongresse mit Karikaturen und zeichnet auch live Porträt Karikaturen an Firmen- oder Privatanlässen.

Ort / Zeit

Dienstag, 4. Juni 2019, 09.00 –17.00 Uhr

Kultur & Kongresshaus Aarau, Schlossplatz 9, 5000 Aarau

Situationsplan unter www.kuk-aarau.ch

Kosten

CHF 380.– inkl. Pausenverpflegung und Mittagslunch;

CHF 320.– für Frühbucher bis 28. Februar 2019

Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt. Berücksichtigung nach Eingangstermin der Anmeldungen. Nach Eingang der Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung.

Organisation und Administration

Natalie Wirz, Tel. 41 (0)62 837 58 52

natalie.wirz@careum-weiterbildung.ch

Stornierung

Eine Stornierung der Anmeldung muss schriftlich erfolgen. Die Annullierung der Anmeldung für die Tagung ist bis zum 15. April 2019 ohne Kostenfolge möglich. Nach diesem Termin oder bei Nichterscheinen zur Tagung ist die Rechnung zur Zahlung fällig und keine Rückerstattung mehr möglich. Sie können jedoch Ihre Anmeldung auf eine Kollegin, einen Kollegen übertragen. In diesem Fall verrechnen wir eine Bearbeitungsgebühr von CHF 40.–.

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Bruno Umiker

Bruno Umiker

Bereichsleiter, Stv. Geschäftsleiter

MAS ZFH Ausbildungsmanagement
CAS ZFH Ausbildner
Unternehmerseminar – IfB, Universität St. Gallen

Ich bin Mitglied der Geschäftsleitung und leite den Bereich der externen Dienstleistungen sowie die Organisation von Kursen und Tagungen. Bei institutionsinternen Weiterbildungen sind mir Individualität und Nachhaltigkeit ein zentrales Anliegen. Als Profi im Weiterbildungsmanagement berate und entlaste ich Betriebe in allen Prozessen der betrieblichen Weiterbildung, bei der Analyse und Angebotsentwicklung über die Organisation/Administration und Durchführung bis hin zur Evaluation.

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Natalie Wirz

Natalie Wirz

Sachbearbeiterin Tagungen, Leiterin Infrastruktur

Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis

Ich bin mitverantwortlich für die Organisation der Tagungen und Events bei Careum Weiterbildung.
Unseren Kunden und Kundinnen möchte ich jede Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis machen, so dass sie mit Freude wieder kommen.

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