Kurzbeschrieb

Im Kindesschutz ist die Früherkennung von Kindeswohlgefährdung zu einer wichtigen Handlungsmaxime geworden. Ziel der Früherkennung ist, die Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung so früh als möglich wahrzunehmen sowie angemessene und koordinierte Unterstützung für die betroffenen Kinder und deren Familie zu leisten.

Dieses Modul vermittelt Ihnen vertiefte rechtliche und methodische Kenntnisse und praxisnahe Kompetenzen zum Thema Kindesschutz im Frühbereich.

Handlungskompetenzen

Die Studierenden

  • haben den Überblick über die staatliche Behördenorganisation und deren Aufbau und kennen die zentralen Grundsätze staatlichen Handelns (Verfassungs- und Verwaltungsrecht)
  • lernen, welche Rechte Kinder haben und machen sich mit den Massnahmen und Verfahren des zivilrechtlichen Kindesschutzes vertraut
  • kennen verschiedene Formen der Kindeswohlgefährdung im Säuglings- und Kleinkindalter sowie Risiko- und Schutzfaktoren in der frühen Kindheit
  • wissen, wie Sie Anzeichen einer möglichen Kindeswohlgefährdung frühzeitig erkennen, einschätzen und gewichten können. Sie können das Instrument zur Früherkennung von möglicher Kindeswohlgefährdung anwenden und etablieren die Handlungsmaxime des 4-Augenprinzipes im Berufsalltag
  • wissen, wie Sie handeln können, wenn Sie eine mögliche Kindeswohlgefährdung vermuten, und kennen Melderechte und –pflichten
  • kennen die Rolle und Grenzen der Mütter-und Väterberatung im Bezug auf den freiwilligen/einvernehmlichen Kindesschutz und die Grundsätze der Aktenführung
  • können Aufträge klären und Hilfeprozesse ressourcenorientiert gestalten (Kooperationsbereitschaft und –fähigkeit der Eltern stehen im Fokus)
  • verfügen über methodische Kompetenzen für die Gestaltung des Beratungsprozesses in Situationen, die mögliche Kindeswohlgefährdungen betreffen.

Inhalte

  • Rechtliche Grundlagen der Behördenorganisationen und deren Aufbau
  • Rechtliche Rahmenbedingungen für die Arbeit als Beraterin bezüglich Kinderrechte, zivilrechtlichem Kindesschutz, Familienrecht (eheliche, nicht eheliche Geburten, Vaterschaftsanerkennung, Inhalt und Zuteilung der elterlichen Sorge etc.), Datenschutz und Aktenführung
  • Formen von Kindeswohlgefährdungen sowie Risiko- und Schutzfaktoren der frühen Kindheit, Ressourcen der Eltern und Kinder inkl. Überprüfung der Kooperationsbereitschaft und -fähigkeit der Eltern
  • Rollen und Grenzen der Mütter- und Väterberatung im freiwilligen Kindesschutz
  • Instrument zur Früherkennung von Kindeswohlgefährdung in der frühen Kindheit inkl. Vorgehen bei Verdacht und Etablierung der Handlungsmaxime des 4-Augenprinzips
  • Reflexion und Einüben der ressourcenorientierten Gesprächsführung mit Eltern in Gefährdungssituationen
  • Berichte schreiben
  • Fallwerkstatt

Aufnahmebedingungen

  • Diplomabschluss auf Tertiärtufe A oder B, in Gesundheit (Pflege, Kindererzieherin und/oder Soziales und Jugendpsychologie)
  • Pflegefachfrauen FH
  • Hebammen FH
  • Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung im Frühbereich
  • Aufnahme mit anderen Bedingungen "Sur dossier" (auf Antrag) möglich

Lernmethoden

  • Inputreferate
  • Bearbeitung von Fallbeispielen aus der Praxis
  • Reflexionssequenzen
  • Anwendung von Instrumenten
  • Selbststudium

Dauer

90 Lernstunden. Davon sind 40 Stunden (5 Tage) Präsenzunterricht und 50 Stunden angeleitetes Selbststudium.

Abschluss

Das Modul schliesst mit einem Kompetenznachweis ab. Für ein erfolgreich abgeschlossenes Modul wird eine Modulbestätigung ausgestellt. Das Modul kann während fünf Jahren an einen Lehrgang angerechnet werden.

Lehrbeauftragte/-r

Bea Glaser

Petra Rutschmann

Liza Vögeli

Ort / Zeit

Careum Weiterbildung, Aarau
08.30 - 16.30 Uhr (8 Lektionen pro Präsenztag)

Kosten

CHF 1'900.– als Teil eines Lehrganges
CHF 2'100.– als Einzelmodul

In den Kosten inbegriffen sind Einführungstag, Kursunterlagen, die Benützung der Bibliothek und der Lernplattform moodle.
Preis-, Struktur- und Datenanpassungen bleiben vorbehalten.

Durchführungen

Beginn Ende Nummer Buchen
13.01.2020 02.03.2020 Präsenztage MVB_100_200113
Legende: = freie Plätze | = wenig freie Plätze | = ausgebucht, Anmeldung auf Warteliste | = Anmeldung via Kooperationspartner

Ihre Ansprechpersonen


Rahel Stöckli

Rahel Stöckli

Bereichsleiterin

Dipl. Pflegefachfrau HF
Zur Zeit M.A. Bildung + eEducation

Ich leite die Bereiche Pflege & Betreuung, Beratung & Kommunikation sowie Lehren & Lernen. Es ist mir ein zentrales Anliegen, attraktive Weiterbildungsangebote zu gestalten, die auf die Bedürfnisse unserer Kunden und Kundinnen auf allen Bildungsstufen eingehen. Besonders stark beschäftigt mich die Digitalisierung in der Bildung mit all ihren Facetten.

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Sonja Merz

Sonja Merz

Sachbearbeiterin Lehrgänge

Kauffrau

Ich administriere die Bereiche Pflege & Betreuung, Altern & Gesellschaft, Mütter- & Väterberatung, Beratung & Kommunikation sowie Lehren & Lernen.
Dabei steht Kundenzufriedenheit für mich an oberster Stelle. "Geht nicht!" – gibt es bei mir nicht. Jeden Tag neue Herausforderungen anzupacken und individuelle Lösungen zu finden bereichert meinen Arbeitsalltag.

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