Rückblick Tagungen

Vergangene Tagungen mit Handouts (PDF).

zurück zu allen Angeboten

Das Ende planen? - Sterben und Tod in Gesellschaften des langen Lebens

Datum: 09.03.2015


In Zusammenarbeit mit dem Institut Alter, Berner Fachhochschule

Wir planen unser Leben in vielerlei Hinsicht: Von der Berufswahl, der Familie, bis zur Freizeit: Was uns im Leben wichtig ist, überlassen wir nicht gerne dem Zufall, sondern möchten es steuern und mitgestalten. Doch planen können wir nur, was überhaupt planbar ist. Immer wieder wird die Kritik am "verplanten Leben" laut, das sich in vollen Terminkalendern und permanentem Leistungsdruck zeigt. In Gesellschaften des langen Lebens - wie Demographen auch die unsrige bezeichnen - wird auch das Sterben lange und gerät dadurch in den Bereich des Planbaren. Obwohl Sterben und Tod zwar naturgegeben sind, verfügen hoch technisierte Gesellschaften wie nie zuvor über Ressourcen, ein verfrühtes Sterben zu verhindern, resp. hinauszuzögern. Die Kluft zwischen dem Machbaren, dem Wünschbaren und Vorstellungen der Betroffenen wird grösser. Diese sind aufgefordert, auch das "Ende" zu planen, so z.B. in Form einer Patientenverfügung. Doch auch Kostenträger, Leistungserbringer und die Politik planen, wie die Versorgung am Lebensende bedarfs- und bedürfnisgerecht gestaltet werden kann, so z.B. in Form von nationalen Strategien (Palliative Care, Demenz). Und auch Fachpersonen im Gesundheitswesen "warten" nicht einfach auf den Tod, sondern treffen klinische und ethische Entscheidungen, die das Sterben eines Menschen zulassen Die gesellschaftlichen Normierungsprozesse für ein "gutes Sterben", die von einem derart zu planenden Ende ausgehen, sind für das Individuum und die Gesellschaft unübersehbar. Sie erscheinen in ihrer Konsequenz auch notwendig, um eine auf Effizienz und Evidenz basierte Gesundheitsversorgung am Lebensende zu finanzieren und zu gewährleisten. Doch inwiefern ist das Sterben plan- und normierbar und was für eine Rolle spielen darin Fachpersonen im Gesundheitswesen?

Die Tagung hat verschiedene Perspektiven aus der Philosophie, insbesondere der Ethik, der klinischen Versorgung und der Gesundheitsberufe zusammengetragen und damit aufgezeigt, wie auch ein "geplantes" Ende" in einer Gesellschaft des langen Lebens so gestaltet werden kann, dass sie den Zielen des Individuums und der Gemeinschaft gerecht wird.


Beiträge (pdf)