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Validation: Einführungs-Tagung mit Naomi Feil

Datum: 11.06.2013


Das Wort «Validation» bedeutet Wertschätzung und ist eine Kommunikationsmethode zum besseren Verständnis und Umgang mit verwirrten, alten Menschen. Validation geht davon aus, dass es immer einen Grund für das oft auffällige Verhalten dieser Menschen gibt. Wer mit Einfühlungsvermögen und besonderen verbalen und nonverbalen Kommunikationstechniken in den Schuhen des anderen zu gehen versucht, kann die Gründe für das manchmal schwer nachvollziehbare Verhalten der von dieser Krankheit betroffenen Menschen erfahren und verstehen. Dabei gilt der Grundsatz, dass Gefühle, die von einer vertrauten Person wertfrei angenommen werden, schwächer werden können, jedoch Gefühle, die unterdrückt und ignoriert werden, verstärkt werden können.

Die amerikanische Sozialarbeiterin Naomi Feil ist die Begründerin der Validationsmethode. Sie hat festgestellt, dass sehr alte Menschen in der Desorientierung Bedürfnisse und Gefühle äussern, die im Zusammenhang mit einem lange gelebten Leben mit einer Vielzahl von Verlusten stehen, die nicht bewältigt werden konnten. Auf Grund des Verlustes des Kurzzeitgedächtnisses oder anderer, im hohen Alter stattfindenden neurologischen Beeinträchtigungen verliert der Betroffene die Kontrolle über die verdrängten Lebensinhalte und kehrt symbolisch gesehen in seine Vergangenheit zurück. Desorientierte Menschen versuchen an ihrem Lebensende nicht bewältigte Konflikte oder Bedürfnisse aus Lebenskrisen der Vergangenheit zu lösen, um in Frieden sterben zu können oder der schmerzhaften Realität des Altseins zu entfliehen, um ihre Würde wieder zu erlangen.

Naomi Feil ist die Begründerin der Validations-Methode. Sie wurde 1932 in München geboren und wuchs in dem von ihrem Vater geführten Montefiore-Altersheim in Cleveland, Ohio, auf. Nach dem Erwerb des Master Abschlusses für Sozialarbeit an der Columbia University in New York begann Frau Feil ihre Arbeit mit alten Menschen. Frau Feil empfand die traditionellen Arbeitsmethoden mit desorientierten sehr alten Menschen – ihren Klienten – als unbefriedigend und entwickelte aus diesem Grund zwischen 1963 und 1980 die Validations-Methode, die sie unter Berücksichtigung neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse immer wieder anpasste.

Die Tagung richtete sich an alle Menschen, die an einem wertschätzenden Umgang mit Menschen mit einer Demenz interessiert sind.

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