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Im Herbst des Lebens – Internationaler Tag der älteren Menschen

01.10.2019, 0 Kommentare

Einmal im Jahr erfahren ältere Menschen die besondere Aufmerksamkeit der Gesellschaft – am Internationalen Tag der älteren Menschen. Über An- und Herausforderungen dieser Lebensspanne lesen Sie hier.

Von Elke Steudter

Abbildung 1: Den Lebensabend geniessen (Quelle: Photo Visualhunt)

Immer mehr Menschen erreichen das Rentenalter, und dies meist bei guter Gesundheit. Dies ist wahrlich nicht selbstverständlich, denn mehr Lebensjahrzehnte bedeuten auch ein höheres Risiko, an einem akuten oder chronischen Gesundheitsproblem zu erkranken. Angeführt wird die Liste noch immer von den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen beispielsweise die Hypertonie, die koronare Herzkrankheit oder der Herzinfarkt gehören. Viele der Krankheiten im Alter werden medikamentös behandelt. Dabei sollten insbesondere bei alten Menschen sorgfältig geprüft werden, ob die eingesetzten Medikamente auch tatsächlich für diese Altersgruppe geeignet sind. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat eine gut verständliche und übersichtliche Broschüre zum Thema erstellt.

Nicht-ansteckende Krankheiten und Sucht

Viele Alterskrankheiten sind nichtübertragbare Krankheiten. Die Hälfte der Menschen über 55 Jahre und Zweidrittel der Menschen über 75 Jahre leiden mindestens an einer dieser – meist chronischen – Gesundheitsbeschwerden. Aus diesem Grund sind ältere Menschen eine wichtige Zielgruppe in der Nationalen Strategie zur Prävention der nichtübertragbaren Krankheiten, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) von 2017–2024 mit verschiedenen Praxis- und Forschungsprojekten lanciert. Die Strategie nimmt den Diabetes mellitus, Atemwegserkrankungen wie die COPD, Herz-Kreislaufkrankheiten (z. B. KHK und Schlaganfall) und die Krebserkrankungen in den Blick. Nicht wenige Krankheitsfälle könnten wahrscheinlich durch konsequente präventive Massnahmen verhindert werden. Die Empfehlungen einer ausgewogenen Ernährung, ausreichenden Bewegung und für den verantwortungsvollen Umgang mit Genussmitteln sind nicht neu, aber immer noch aktuell. In der Broschüre «Gesund im Alter» finden sich viele, gut zusammengestellte Fakten, wie die Gesundheit bis ins Alter positiv beeinflusst werden kann. Am Zentrum Alter und Mobilität am Universitätsspital Zürich wird zu weiteren Aspekten der Gesundheit im Alter gearbeitet und geforscht.

Alte Menschen zunehmend übergewichtig

Jeder zweite alte Mensch ist übergewichtig, lässt das BAG verlauten. Dabei geht es nicht um die zwei, drei Kilo zu viel, die manche Menschen ein Leben lang begleiten. Es geht um das gesundheitsrelevante Übergewicht, das eine ungünstige Prognose, z. B. auf Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs hat. Die richtige Balance zwischen Unter- und Übergewicht im Alter ist dabei ein schwieriges Unterfangen. Denn genauso schlecht, wie ein deutliches Zuviel auf der Waage ist ein deutliches Zuwenig. Verliert der Mensch im Alter an Gewicht, ist davon meist die Muskelmasse betroffen. Ausreichende Muskeln sind aber wichtig für Stabilität und Kraft und damit eine wichtige Voraussetzung, um möglichst lange selbstständig zu leben und beispielsweise den Haushalt eigenständig führen zu können.

Besonderheiten im Alter

Im Alter ändert sich der Bedarf an Energie, die durch die Nahrung aufgenommen werden muss. Die Zusammensetzung des Essens sollte sich von Fetten und Kohlenhydraten zugunsten des Eiweiss verändern.

Abbildung 2: Obst in Massen geniessen (Quell: Photo Visualhunt)

Neben der Nahrungszufuhr ist aber auch die Dauer der täglichen Bewegung wichtig. Ältere Menschen sind zwar heute aktiver denn je, aber nicht alle bewegen sich ausreichend, um die körperlichen und psychischen Veränderungen im Alter ausreichend gut zu kompensieren. Erste Anpassungen im Hinblick auf ein gesundes Alterns sind daher bereits im Alter von 50 Jahren angezeigt. Eine Lebensphase, die sich auch durch die bevorstehenden Wechseljahre auszeichnet, in denen sich der Körper stark verändert.

Im höheren Alter ist die körperliche Aktivität häufig aufgrund von Krankheit und Gebrechen eingeschränkt. Aber auch dann sollte daran gedacht werden, möglichst viel körperliche Aktivität in den (Pflege-) Alltag zu integrieren. Von Vorteil können altersgerechte Übungen für ältere und alte Menschen gemeinsam mit dem/der Geriater/in und einer/m Physiotherapeut/in entwickelt werden. Der Erfolg solcher Übungen wird massgeblich auch durch die Motivation, mit der sie durchgeführt – aber auch vermittelt und angeleitet – werden, beeinflusst. Hier können Pflegende eine wichtige Ressource sein.

 

Dr. phil. Elke Steudter | Pflegewissenschaftlerin | Careum Weiterbildung

 

Quellen

BMBF (2018). Medikamente im Alter: Welche Wirkstoffe sind geeignet? Berlin

Bundesamt für Gesundheit (BAG) & Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) (2016). Nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie), 2017–2024. Bern. Online verfügbar file:///D:/Downloads/ncd-strategie.pdf


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